
Martina im Portrait
Liebe Martina, du bist seit Anfang 2025 Geschäftsführerin der Sonneninsel. Magst du uns kurz erzählen, wie es dazu kam?
Ich arbeite bereits seit 2015 in der Sonneninsel, in den letzten Jahren als therapeutische Leitung und schätze die Arbeit im diesem Haus von Anfang an sehr. Durch das Ausscheiden von Thomas war es eine wohlüberlegte, aber dennoch leichte Entscheidung für mich, das Angebot des Vorstandes der Salzburger Kinderkrebshilfe anzunehmen und die Geschäftsführung der Sonneninsel zu übernehmen.
Wie bist du eigentlich zur Sonneninsel gekommen? Was ist dein beruflicher Background?
Ich habe die Geschichte und den Bau der Sonneninsel von Beginn an in den Medien verfolgt. Als Elementarpädagogin kam ich immer wieder Kontakt mir verschiedensten Erkrankungen bei Kindern und fand die Idee, ein Haus für Familien mit erkrankten Kindern zu bauen, besonders wichtig und interessant. Durch mein Psychologiestudium konnte ich 2015 ein Praktikum in der Sonneninsel machen. Auf dem Weg über den Steg zum Eingang wusste ich, dass wir beide (das Haus und ich) eine gemeinsame Geschichte vor uns haben. Während meines Praktikums wurde eine pädagogische Leitung gesucht, für die Stelle habe ich mich beworben und sie im September 2015 begonnen. Im Anschluss an das Psychologiestudium machte ich die Ausbildung zur Klinischen Psychologin in einer Psychosomatischen Fachklinik in Simbach am Inn, in dieser Zeit war ich geringfügig in der Sonneninsel beschäftigt, um an den Programmen weiterzuarbeiten und in der Covidzeit telefonisch mit den Familien in Kontakt zu bleiben. Seit 2021 bin ich als therapeutische Leitung und nun als Geschäftsführung wieder zurück.
Wie sieht ein typischer Tag auf der Sonneninsel für dich aus?
Ich fühle mich wirklich vom Leben beschenkt, dass ich so eine schöne Arbeit in der Sonneninsel machen darf. Ich meine das von ganzem Herzen so, es ist mir eine große Freude mit meinem tollen Team in dieser einladenden Umgebung ein einmaliges Konzept für unsere Gäste umsetzten zu dürfen. Wir sind zur Gänze über Spenden finanziert, daher gibt es neben der effizienten Personalplanung viele Gespräche mit Spenderinnen und Spendern sowie Gespräche mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern über ihre Ängste und Sorgen. Diese berührenden Erzählungen lassen uns (ich darf für das gesamte Team sprechen) diesen unermüdlichen Einsatz für eine bessere psychosoziale Nachsorge bringen.
Was ist für dich das Besondere an der Sonneninsel?
Ich bin beeindruckt vom Zusammenspiel mehrerer wichtiger Faktoren: dem Erfahrungswissen der betroffenen Familien, dem fachlichem Wissen des hervorragend ausgebildeteten Teams und die langjährige Entwicklung und laufender Weiterentwicklung unserer Programme. Es trifft in den meisten Fällen genau das zu, nach dem die Familien suchen – Erholung nach einer intensiven Behandlungszeit, Zeit mit und für die Familie, Austausch mit anderen Betroffenen und unterstützende Begleitung und Therapie.
Was ist die Herausforderung an deiner neuen Tätigkeit? Was machst du besonders gern?
Ich arbeite mich gerade in die wirtschaftlichen Bereiche einer spendensammelden Organisation ein, das fordert mich und macht mich neugierig, es in seiner Komplexität zu verstehen. Die fehlende Planbarkeit der Spendeneinnahmen ist herausfordernd, gleichzeitig setzen wir alles daran, den Fortbestand der Sonneninsel zu sichern. Die Arbeit mit den Familien und das Lenken des Teams ist meine größte Freude und mache ich besonders gerne. Ich mag es, eine Atmosphäre der Ruhe, Verbundenheit und des Wohlbefindens zu erzeugen, dadurch gelingt es sich leichter zu entspannen, zu lernen und offen für Neues zu sein – und das ist für alle Menschen, egal in welchem Alter und mit welcher Lebenserfahrung eine Bereicherung.
Vielen Dank für das Gespräch!